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über den Umgang mit historischer Bausubstanz in Boxberg

                           

      Abschied von einem alten Weggefährten nehmen  (Leserbrief FN, Mittwoch, 7.10.2015)

       Charakter der Stadt unbedingt bewahren  (FN, Mittwoch, 7.10.2015)

       Ein Stück Vergangenheit wird vernichtet (Leserbrief FN, Donnerstag, 08.10.2015)

       Der Abriss des ehemaligen Bezirksspitals hat begonnen (FN, Samstag, 10.10.2015)

       Unnötige Zerstörung (Leserbrief FN, Montag, 12.10.2015)                                          

Der Heimatverein Boxberg e.V. bedauert den Abriss des ehemaligen Bezirksspital

Das Bezirksspital war ein Zeugnis für den Zusammenhalt im früheren Amtsbezirk Boxberg.  Über 20 Jahre lang sammelte der Spitalverband Geld und Unterstützung für das erste Krankenhaus. Er zeigte auf kulturell-sozialer Ebene: Wir verstehen uns als Bezirk. Kurz vor 1900 konnten die Verbandsgemeinden bauen und das Spital in Betrieb nehmen. Am 31. Mai 1902 kam „Ihre Königliche Hoheit, die Großherzogin Luise von Baden“ zu Besuch ins Spital. Der bislang einzige Besuch einer „Landesmutter“ in Boxberg. Alle früheren Bezirksgemeinden schlossen sich dem Spitalverband an, und es blieb über 70 Jahre in Betrieb

Das ehemalige Krankenhaus war der Geburtsort von mehreren tausend Menschen im Einzugsgebiet des ehemaligen Boxberger Amtsbezirks. Geburten, Operationen, Abschiedsbesuche wurden in dem überschaubaren Spital erlebt.

Am Spital-Anbau war das Sepp-Biehler-Werk „Der barmherzige Samariter“ als prägendes Motto zu sehen. Sepp Biehler ist ein international anerkannter Künstler. Stark religiös und im Brauchtum engagiert. Boxberg müsste ihm zu Dank verpflichtet sein und hätte sein Kunstwerk bewahren sollen!

Quadratisch-praktisch ist nicht immer gut, vor allem städtebaulich. Als abschreckendes Beispiel ist das Altenpflegeheim Haus im Umpfertal in der Poststraße anzuführen, das aufgrund seines enormen Baukörpers viel zu massiv wirkt. Das einzige gute ist, dass der Block nicht in exponierter Lage am Stadteingang beheimatet ist. Ob die neue Bebauung architektonisch und ästhetisch ebenso wenig Rücksicht auf die Umgebung nimmt? 

Gerne verweisen wir auf ein preisgekröntes Beispiel, wie sich Altbau und Neunutzung kombinieren lassen: die heutige Mediothek. Es wäre einfacher gewesen, die alte Scheuer wegzureißen. Aber man hat sich mehr Zeit, Herz und Interesse genommen. Entstanden ist eine reizvolle Kombination von alt und neu, die landesweit auf Boxberg aufmerksam macht. Zwei Landes-Auszeichnungen gab es schon: Preis der Architektenkammer Baden-Württemberg, Preis der AG baden-württembergischer Sparkassen. Stellt sich die Frage, wieso wurde das ehemalige Bezirkskrankenhaus ohne größere Debatte über die Möglichkeiten des Erhalts abgerissen...


Erscheint demnächst: Sonderband/Jahresheft 2015

Kriegsereignisse um Kar-Ostern 1945 im Raum Boxberg-Ahorn und 

Lauda-Königshofen

Berichte & Dokumente betr. Boxberg-Wölchingen, Großraum Boxberg-

Ahorn mit Ausblick auch auf Lauda-Königshofen





Rückblick – Vereinsarbeit im Jahr 2014
(Heimatverein intern von Dr. Dieter Thoma, aus: Mein Boxberg 48, 2014)   

Durch die Mitgliederversammlung 2013 führten Dr. Steffen Schürle und Dr. Dieter Thoma. Nach den Regularien dankte man den runden Geburtstagskindern Dr. Hermann Hock, Heinz Raulf und Hubert Waibel mit einem Präsent für deren langjähriges Engagement. Breiten Raum nahm die Vorstellung von Heimatheft Nr. 47 ein. Bereits die farbige Titelseite – sämtliche Boxberger Wappen im Uhrzeigersinn mit Boxberg in der Mitte – fand großes Lob.

Fürs Heimatmuseum erfreulich: Mit Dr. Joachim Hübner konnte endlich wieder ein Betreuer gefunden werden. Manches gehört renoviert (etwa die veraltete WC-Anlage), verbessert (z.B. Beschriftungen, Aufstellung der Schlossberg-Exponate), oder anders bzw. neu präsentiert. Zusammen mit Michael Schäfer hat er Vorschläge für eine Neukonzeption im Museum erstellt. Die Maimesse, traditionell Besuchermagnet fürs Museum, wurde auch dieses Jahr ein Höhepunkt im Vereinsgeschehen. Als Sonder-Ausstellung waren Fotos von „Schulklassen und Kindergärten der 50er und 60er Jahre“ (verbunden mit Namenssuch-Listen) zu sehen.

Böse überrascht hat uns der Tod von Dr. Hermann Hock, der den Verein jahrzehntelang prägte; wir werden unseren Ehrenvorsitzenden schmerzhaft vermissen. Und während wir diese Zeilen schreiben, erreicht uns die traurige Nachricht vom Tod unseres Ehrenmitgliedes Sigrid von Müller. Über zwei Jahrzehnte wirkte sie intensiv im Museum: beim Einrichten und Präsentieren, bei Sonderveranstaltungen, bei Führungen für Kindergärten, Schulklassen, Erwachsenengruppen. Unser „guter Museumsgeist“ wird uns fehlen.

Ein markanter Wechsel ist bei den Beiratsmitgliedern kraft ihres Amtes zu melden: Karl Hofmann, der bisherige Boxberger Ortsbeauftragte, kandidierte nicht mehr bei den Kommunalwahlen, und so begrüßen wir Roland Throm als neuen Boxberger „OB“ und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Herzlich danken wir an dieser Stelle Karl Hofmann für die lange Unterstützung des Vereins auf zahlreichen Gebieten – und denken auch gerne an die freundlichen Bewirtungen im Hofmann’schen Zehntkeller.

Die Mediothek Boxberg, zu Schulzeiten viermal werktags geöffnet, diente auch dieses Jahr zu Dauer-Ausstellungen. Von Juni bis November war in zwei Etappen die 26 Plakate umfassende Ausstellung „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert“ zu sehen. Der erste Teil (Zeitraum 1914-1939) reichte von der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bis zum „Kurs auf einen neuen Krieg“; persönliche Dokumente des Soldaten August Frank (Schwabhausen) ergänzten den Abschnitt über den Ersten Weltkrieg. Der zweite Teil behandelte den Zeitraum 1939 („Beginn des Zweiten Weltkriegs“) bis 2013 („Europa als Herausforderung“). Zum Jubiläum „25 Jahre Mauerfall“ am 9.11. veranstaltete der Akzente-Verein mit uns ein Sonntagscafé im Medien- und Kulturzentrum, zu dem dann auch die Ausstellung gezeigt wurde. Zum Volkstrauertag-Gedenken in Wölchingen lieferte der Heimatverein dieses Jahr die Hauptrede.

Zusätzliche Arbeit und einige Unannehmlichkeiten erlebte unsere Kassiererin mit der von den Banken verlangten SEPA-Umstellung der Mitgliedsbeiträge. Anfang Oktober wurden die Jahresbeiträge erstmals nach dem neuen System eingezogen; einige Beiträge wurden doppelt abgebucht, einige falsch oder nicht eingezogen. Wir möchten uns für diese vom System verursachten Fehlbuchungen entschuldigen, die unsere Kassiererin dann alle selbst korrigieren musste. Für ihre Tätigkeit danken wir Birgit Hehn ebenso wie Klaus Weber für seine unermüdlichen Schlossberg-Arbeiten. Ein gepflegter Schlossberg ist ein Aushänge-Schild sowohl für den Verein als auch für die Stadt. Weiter Sorge bereitet uns die vom Einsturz bedrohte Mauer neben dem letzten stehenden Turmrest. Hier hoffen wir auf baldige Abhilfe durch bewährte Bauhof-Arbeiter.

Kurzum: Ein herzliches Dankeschön an das Vorstandsteam und alle helfenden Heimatfreunde für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Vereinsjahr.



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